Warum wir Ihre WordPress-Website nicht mit einem Theme von Themeforest erstellen

von in Responsive Design, Website, WooCommerce, WordPress

Als WordPress-Entwickler erhalten wir oft Anfragen, die etwa so lauten:

„Wir möchten eine neue Website mit WordPress erstellen und haben bereits das Theme XYZ von Themeforest gekauft. Können Sie bitte alles einrichten und die Website gemäss unseren Wünschen fertigstellen?“

oder…

„Wir haben eine neue Website mit dem Themeforest Theme XYZ erstellt und die Inhalte mit Visual Composer eingegeben. Wir möchten nun noch einige Anpassungen, die wir selbst nicht erledigen können. Unsere Wünsche sind im beiliegenden PDF aufgelistet (27 Punkte), können Sie diese bitte so rasch wie möglich umsetzen und uns ein Angebot machen?“

Unsere kurze Antwort ist in beiden Fällen: Nein.

Manchmal erhalten wir auch die sinngemässe Anfrage „Unsere mit einem Themeforest-Theme erstellt Website lädt viel zu langsam, wird bei Google nicht gefunden, und wir können die Inhalte nicht einfach bearbeiten. Können Sie uns eine Angebot für eine Neuprogrammierung machen, um diese Probleme zu beheben?“ Unsere kurze Antwort: Ja, gerne!

Der Erklärungsbedarf für die Nein-Antworten ist der Grund für diesen Beitrag:

Was ist Themeforest?

Themeforest ist der weltweit grösste Marktplatz für kostenpflichtige „Premium“ Themes für das WordPress CMS und für weitere Open Source CMS-Lösungen. Eine riesige Anzahl von allgemeinen und nischenorientierten Themes steht in übersichtlich geordneten Kategorien zur Verfügung zum Kauf. Die Muttergesellschaft von Themeforest, Envato, betreibt weitere Marktplätze für Scripts, Plugins, Medien, etc.

Das Versprechen der führenden Themeforest-Themes ist auf den ersten Blick attraktiv: Der Käufer kann mit WordPress und einem Theme für ca. 50 – 70 US$ selbst eine toll aussehende Website erstellen.

Was sind die Probleme mit den Themes von Themeforest?

Der Konkurrenzkampf zwischen den Theme-Autoren auf Themeforest hat bereits zwischen 2009 und 2014 dazu geführt, dass die führenden Themes mit immer mehr Funktionen überladen wurden. Der „Standard“ dieser Themes sind heute mehrere enthaltene Sliders, Page Builders, Custom Post Types, Galerien, sowie Hunderte von Shortcodes, Optionen und Einzelvorlagen. Dieser typische Fall von „Bloatware“ widerspricht den wichtigsten Grundsätzen und „Best Practices“ in der WordPress-Entwicklung.

Die Logik von WordPress ist einfach: Themes sind für die Darstellung zuständig, Plugins für die Funktionalität, und Redaktoren für die Inhalte.

Themforest-Themes stellen diese Logik auf den Kopf, und versuchen aus einem Theme einen Allzweck-Website-Baukasten mit vielfältiger Funktionalität zu machen. Keines der heutigen Themeforest-Themes würde im Theme-Verzeichnis von wordpress.org aufgenommen. Themes, die in das „Plugin Territory“ vorstossen und Shortcodes, Custom Post Types oder gar Slider und ähnliches beinhalten werden dort nicht akzeptiert.

Das hat gute Gründe, denn das Vorgehen der Themeforest-Autoren führt zu folgenden konkreten Problemen mit ihren Themes:

1. Schlechte Performance und User Experience

Eines der Hauptprobleme vieler Themeforest-Themes ist, dass sie sehr langsam laden. Dies ist eine direkte Folge der beschriebenen Überladung – bei jedem Seitenaufruf werden unzählige Javascript- und CSS-Dateien geladen, die für die meisten Websites nicht notwendig sind. Der Seitenaufbau von Themeforest-Themes dauert auch bei schneller Internetverbindung oft zwischen 5 bis 10 Sekunden, oder sogar noch länger. Mit fatalen Folgen – Untersuchungen haben ergeben, dass bei einer Ladezeit von 4 Sekunden schon 25% der User die aufgerufene Website sofort wieder verlassen.

Unter solch schlechter Performance leidet auch die User Experience. Hinzu kommt, dass viele Website-Betreiber von der Anzahl Funktionen und Optionen typischer Themeforest-Themes heillos überfordert sind. Wer braucht wirklich fünf Slider und 65 verschiedene Option Panels? Die einzelnen Features sehen nett aus, aber die resultierenden Websites wirken oft zusammengewürfelt und vermitteln dem Besucher nicht möglichst einfach und schnell die gewünschten Informationen.

2. Mangelnde Suchmaschinenoptimierung (SEO)

Die Suchmaschinenoptimierung leidet auch unter der langsamen Ladegeschwindigkeit, die seit 2010 ein von Google bestätigter Rankingfaktor ist.

Die führenden Themeforest-Themes preisen sich mit Phrasen wie „SEO built-in“ oder zumindest „SEO-friendly“ an. Doch die Realität sieht ganz anders aus: Die On-Site-Optimierung wird weitgehend dem Käufer überlassen und die Themes verstossen oft gegen elementare Prinzipien der HTML-Struktur, der internen Verlinkung und der modernen Webprogrammierung allgemein.

Das wird von Google heute abgestraft. Bei gleicher Qualität der Inhalte glänzen schlanke, benutzerfreundliche und schnell ladende Websites mit viel besseren Google-Positionen als die typischen überladenen Websites, die mit Themeforest-Themes erstellt werden.

3. Schwierige Bearbeitung der Inhalte

Die Lernkurve, um eine Website mit einem Themeforest-Theme zu erstellen und die Inhalte zu bearbeiten, ist ebenso hoch wie die Anzahl der Funktionen und Optionen. Wir wurden schon oft von Firmen kontaktiert, die ihre von einem Freelancer mit einem Themeforest-Theme erstellte Website schlichtweg nicht bearbeiten konnten.

Dafür sorgt auch, dass die meisten dieser Themes den einfachen WordPress-Editor durch ebenso überladene „Page Builder“ Plugins ersetzen – Visual Comnposer & Co. sind ein Thema für einen zukünftigen Beitrag. Diese Plugins greifen in die einheitliche Theme-Darstellung ein und beinhalten die Gefahr, dass jeder Redaktor das Design verunstalten oder gar hoffnungslos „zerschiessen“ kann.

4. Mangelnde Portabilität („Lock-In“ Effekt)

Eine „normale“, mit einem sauberen Theme erstellte WordPress-Website ist 100% portabel. Das bedeutet, dass Sie das verwendete Theme jederzeit einfach und mühelos auswechseln können, um die Darstellung zu ändern ohne die Inhalte zu berühren. Und dass Sie bei Bedarf Ihre Website-Inhalte auch in ein anderes Open Source CMS migrieren können. Das ist für erfolgreiche Firmen-, E-Commerce- und andere Websites enorm wichtig, denn Ihre Inhalte sind langfristig gesehen viel wertvoller als das Design.

Bei Verwendung eines Themeforest-Themes ist der Wechsel auf ein anderes Theme mit enormen Schwierigkeiten und hohem Aufwand verbunden. All die in dem alten Theme enthaltenen Plugins und Optionen stehen nicht mehr oder nur in anderer Form zur Verfügung. Die Inhalte sehen ganz anders aus, die Darstellung ist fehlerhaft, die ganze Website muss mehr oder weniger neu erstellt werden. Wir durften zum Beispiel viele Stunden damit verbringen, mit einem „Page Builder“ sowie proprietären Shortcodes und Theme-Optionen erstellte Inhalte von Kunden manuell wieder in normale, saubere WordPress-Inhalte zurückzuverwandeln.

5. Mangelnde Sicherheit

Die vielen in Themeforest-Themes hineingepackten Plugins behindern nicht nur die einfache Bearbeitung und die Portabilität und Bearbeitung, sie verursachen auch erhebliche Sicherheitsprobleme.

Diese kostenpflichtigen Plugins werden auf den Envato-Websites auch separat verkauft. Sie erhalten jedoch mit dem Kauf eines Themeforest-Themes keine eigene Lizenz für die hineingepackten Plugins. Diese wurden nur durch eine globale Entwicklerlizenz des Theme-Autors lizenziert.

Das bedeutet in der Praxis, dass Sie diese Plugins nicht jederzeit aktualisieren, wenn eine neue Version vorliegt. Sie sind abhängig vom Theme-Autor und können die Aktualisierungen erst dann vornehmen, wenn er sie zur Verfügung stellt.

Zeitnahe Aktualisierungen sind wichtig, um Sicherheitslücken zu stopfen. Gerade in den in Themeforest-Themes oft verwendeten „Page Builder“ und „Slider“ Plugins sind immer wieder solche Lücken vorgekommen, die von Hackern ausgenützt werden. Wir sind auch spezialisiert auf die Säuberung von gehackten WordPress-Websites – bei den meisten dieser Anfragen finden wir ein Themeforest-Theme vor, mit nicht aktualisierten Plugins.

6. Schwierige Anpassungen und Erweiterungen

Die überladene, komplizierte Struktur und die Missachtung von WordPress-Richtlinien der Themeforest-Themes führt auch dazu, dass sie schwierig anpass- und erweiterbar sind. Wenn viele individuelle Anpassungen erwünscht werden ist die Erstellung eines neuen, individuellen Themes oft einfacher.

Hinzu kommt ein weiteres Problem, das nichts mit Überladung der Themes zu tun hat:

7. Problematischer Support

Die fehlende Supportpflicht und -leistungen von Themeforest-Autoren wurden schon früh thematisiert. Themeforest hat mittlerweile mit dem Extended Support eine weitere Einnahmequelle geschaffen, doch der tatsächlich geleistete Support ist nach wie vor „hit and miss“, abhängig vom Theme-Autor. Der Käufer muss sich in der Regel mit dem Zugang zu einem englischen Supportforum begnügen, in dem eventuell früher oder später geantwortet wird. Das Geschäftsmodell der Theme-Autoren ist auf Massenverkauf und minimalen Supportaufwand ausgerichtet, zu individuellem Support oder Anpassungen sind sie kaum je bereit.

Daraus, und aus der Problematik der Plugin-Aktualisierungen ergibt sich eine für Schweizer Firmen unhaltbare Abhängigkeit, die mit hohen Risiken verbunden ist. Wollen Sie die Zukunft Ihres wichtigsten Marketingsintruments in die Hände eines unekannten ausländischen Programmierers legen?

Was sind die wahren Kosten eines Themeforest-Themes?

Die wahren Kosten eines Themeforest-Themes sind nicht die 50-70 US$, die Sie für die Lizenz bezahlen. Die wahren Kosten sind einerseits die unzähligen Stunden, die Sie entweder selbst in die Erlernung, Bearbeitung und Anpassung des Themes stecken müssen, oder für die Sie jemand bezahlen müssen.

Andererseits komm der hohe Aufwand im Betrieb hinzu, den Themeforest-Themes mit ihren Abhängigkeiten und Problemen verursachen. Es kann Stunden dauern, einen Fehler in einem Themeforest-Theme zu eruieren und zu flicken, der in einem sauberen Theme in fünf Minuten behoben wäre.

Welche Alternativen zu Themeforest gibt es?

In unserer Erfahrung ist die Umsetzung eines individuellen, auf Ihre Gestaltung und Ihre Bedürfnisse abgestimmten WordPress-Themes in der Regel viel weniger aufwändig als die Anpassung eines Themeforest-Themes. Ein individuelles Theme hat zudem folgende Vorteile:

  1. Enthält nur diejenigen Komponenten, die für die jeweiligen Anforderungen notwendig sind
  2. Schnelle Ladezeiten / gute Performance
  3. Optimale Suchmaschinenoptimierung (SEO) für Ihre Zielbegriffe
  4. Höhere Sicherheit und Vermeidung von Abhängigkeiten
  5. Kinderleichte, fehlersichere Bearbeitung der Inhalte dank individuell angepasster Administration und einem einfachen Editor anstelle eines Page Builders
  6. Die Darstellung entspricht der gewünschten Gestaltung mit Responsive Design, sie muss nicht an die begrenzten Möglichkeiten eines fertigen Themes angepasst werden
  7. Die Funktionalität ist frei wählbar und unabhängig vom Theme

Die Initialkosten für ein individuelles Theme sind höher als die Lizenzkosten eines Themeforest-Themes. Wenn jedoch die aufgeführten wahren Kosten eines Themeforest-Themes eingerechnet werden, lohnt sich die Erstellung eines individuellen Themes auch für kleine Organisationen und Einzelfirmen.

Unsere Erfahrung erlaubt uns, individuelle Themes sehr effizient umzusetzen. Oft sind die Kosten geringer als erwartet – lassen Sie sich überraschen und kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Offerte.

Wenn Sie Ihre Website selbst mit WordPress und fertigen Komponenten erstellen möchten, empfehlen wir Ihnen die Verwendung der auf Qualität geprüften Gratis-Themes und –Plugins im WordPress-Verzeichnis anstelle der kostenpflichtigen Envato-Produkte.

Weitere Informationen

Wir sind bei weitem nicht die einzigen WordPress-Entwickler, die sich Gedanken zur Themeforest-Problematik gemacht haben. Dies ist eine Auswahl von relevanten Beiträgen:

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Peter Hadorn (49) ist Inhaber und Managing Partner der Hadorn AG. Er ist seit 2005 im digitalen Marketing tätig und setzt sein Know-how in Online Marketing, E-Commerce, SEO und Webdesign für seine Kunden ein. Wenn er offline ist verbringt er seine Freizeit am liebsten mit seiner Familie, in der schönen Schweizer Natur, oder am Meer.

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